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antizipierende fehleranalyse

Ein weiteres Werkzeug, welches der TRIZ-Methode ausgegliedert wurde ist die Antizipierende Fehlererkennung (AFE) im englischen Anticipatory Failure Determination (AFD). Die Suche nach möglichen Fehlern wird umgewandelt in die Aufgabe, Fehler zu erfinden.

Die Teamerfahrung, Sorgfalt und das Einbringen von Fachkenntnisse haben in diesem Werkzeug das abstrakte Ziel, ein intaktes System zum Versagen zu bringen. Der Grund des Versagens wird nun zur gewollten Funktion transformiert. Auf dieses invertierte Problem läßt sich dann die TRIZ-Methode in ihrer ganzen Breite anwenden. Der Prozeß wird in 9-Stufen abgearbeitet und im folgenden stichpunktartig dargestellt:

1. Formulierung des Original-Problems

  • Wie bezeichnet man das System?
  • Was ist die primäre Nutzfunktion des Systems?
  • Beschreibe das zentrale Problem. Was sind die Bedingungen und Gründe, die das Problem hervorrufen?
  • Das Eliminieren dieses Problems darf keine Nutzfunktion negativ beeinflussen oder neue Probleme erzeugen.

2. Formulierung des invertierten Problems

  • Invertiere das ursprüngliche Problem.
  • Beschreibe das zentrale Problem als primäre Nutzfunktion mit den Worten: "Es besteht die Anforderung....zu erzeugen....unter folgenden Bedingungen."
  • Liste alle Teile des Systems auf.
  • Unter welchen Bedingungen tritt das Problem normalerweise auf?

3. Verstärkung des invertierten Problems

  • Versuche die Beschreibung des Problems zu übertreiben, ersetze den beabsichtigten Effekt durch einen stärkeren.
  • Suche nach offensichtlichen Lösungen für das invertierte Problem
  • Durchsuche Wissenschaft, Technik, unsere tägliche Umgebung und Erfahrungen nach Situationen (wie die unter Punkt 3 definierte Effekte), gezielt erzeugt werden.
  • Finde heraus, wie und wo die Lösung bereits am einfachsten realisiert wurde. Überlege, ob diese Lösung auch auf den konkreten Fall des invertierten, verstärkten Problems angewandt werden kann.

4. Identifizierung und Nutzung von Ressourcen

  • Finde und bewerte alle im System und dessen Umwelt vorhandenen Ressourcen, sowohl in unmittelbarer wie auch in abgeleiteter Form.
  • Gibt es zusätzliche Informationen, die bei der Lösung des invertierten Problems nützlich sein können?

5. Suche nach brauchbaren Effekten

  • Ziehe physikalische, chemische, geometrische und psychologische Effekte zum Erzielen des beabsichtigten Effektes heran.
  • Das heißt: Nutze TRIZ zur Lösung des invertierten, verstärkten Problems, wenn die Ressourcenbetrachtung oben zu keinem Resultat geführt hat.

6. Suche nach neuen Lösungen

  • Versuche, den oben beschriebenen Effekt zu realisieren, d.h., lösen sie das invertierte Problem mit Hilfe der anderen TRIZ-Werkzeuge.

7. Rück-Invertierung und Verifikation

  • Basierend auf der nun gefundenen Lösung des invertierten Problems formuliere und teste versuchsweise Hypothesen.

8. Entwicklung von Vorgehensweisen zur Fehlervermeidung

  • Invertiere das Problem erneut, um Lösungen zur Fehler-Elimination auszuformulieren.

Wie die vorangegangene Ausführung zeigt, ist die AFE/AFD in ihrer Form Provokation und Innovation gleichzeitig. Damit ist sie eine gute Ergänzung zur FMEA, die in ihrer Vorgehensweise eher klare Strukturen aufweist. 

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